SCHRIFT 2-21


handschriftliche Werke von Mesomedes – 2. Jh., Hildegard von Bingen – 12. Jh.,  John Cage – 20. Jh. , Bernhard Lang, Wolfgang Rihm, David Lang und Improvisationen von Wolfram Oettl und Sabine Lutzenberger – 21. Jahrhundert


Sabine Lutzenberger, Mezzosopran

Wolfram Oettl, Klavier


Beziehung zwischen Werk und Notation:

Im Fokus des Programms steht eine Palette von Schreibgeräten und Notationstechniken. Diese reicht von in Steintafeln eingemeißelter Buchstabennotation bis zum Computerprogramm, von mittelalterlichen Neumen bei Hildegard von Bingen bis zur graphischen Notation in John Cages "Songbook", von schriftlosen Improvisationen bis zum mit dicker Tinte und Temperament notierten Stück „Schrift“ von Bernhard Lang, dem titelgebende Werk für Stimme solo: Sabine Lutzenberger gewidmet


Bernhard Lang und sein 2011 komponiertes Stück „Schrift“ steht titelgebend und als Programm über diesem Konzert: Der Österreichische Komponist - am Theater Augsburg erst präsent durch die Deutsche Erstaufführung seiner Oper „I hate Mozart“ - hat das Stück „Schrift“ für Stimme Solo Sabine Lutzenberger gewidmet.

Mit Musik von John Cage, des einflussreichen Musikers, bildenden Künstlers und Theoretikers, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, wird Schrift und das Schreiben im Allgemeinen thematisiert: mit musikalischer, literarischer aber auch visueller Blickrichtung. So können bei Cage speziell seine graphisch notierten Partituren als „Bild“ eigenes Leben entwickeln und fließende

Übergänge bilden zu seinem künstlerischen Schaffen.


Um das Schreiben kreist auch Wolfgang Rihm in Liedern aus seinem Zyklus „Ende der Handschrift“, hier aus literarischer Sicht in den Gedichten von Heiner Müller. Den Einfluss des Schreibgeräts in Zeiten des digitalen Wandels hinterfragt David Lang in seinem Klavierstück „this was written by hand“.


Dazu gibt es einen kleinen Ausflug zu frühester, in Stein gemeißelter Musiknotation aus der griechischen Antike, zu mittelalterlichen Neumen bei Hildegard von Bingen, sowie zu „schriftloser“ improvisierter Musik.


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PERSONAL MEMORIES


Neue Musik von Christian Elin, Wolfram Oettl und Artur Avanessov

unerhörtes, leichtes und schweres, träumerisches, verspieltes und gelegentlich stures


Sabine Lutzenberger -  Sopran

Christian Elin, Bassklarinette - Saxophon, Bassklarinette

Wolfram Oettl -  Klavier

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REFLEKTIONEN

Oswald von Wolkenstein


Oswald von Wolkensteins Lust am Verändern, Arrangieren und Variieren steht bei diesem Konzert  im Vordergrund, keineswegs eine historisch orientierte Aufführung seiner Lieder. Ziel war und ist die Verschmelzung der Kreativität Oswalds mit unserer eigenen, ein freies, schrankenloses Musizieren, sowie ein „Sich zueigen machen“ des vorhandenen, musikalischen Materials.


Durch das Ein- und Ausblenden historischer Aufführungspraxis, dem intuitiven und spontanen Reagieren auf einander sowie durch unsere unterschiedlichen musikalischen Einflüsse entstanden neue Lieder nach Oswalds Vorlagen. Improvisation als wesentlicher Ausgangspunkt des spontanen Musizierens im Konzert  kreiert eine Musik des Moments, basierend auf Oswalds Liedern.  Dieser kreative Weg führt uns zu jenem ungehemmten und genialen Dichtermusiker Oswald und verbindet uns in hoher Ehrfurcht mit ihm.


Diese „life-Aufnahme“ im Konzert ist sowohl Reflektion von Vergangenem als auch dessen Verbindung mit der kulturell so bunten und vermischten Welt, in der wir heute leben und bietet Momente des Verweilens in der Vergangenheit genauso wie Momente des Aus- und Aufbrechens in unsere Zeit.



Bernd Oliver Fröhlich -  Tenor, Saxophon

Sabine Lutzenberger -  Sopran, Glocken

Joel Frederiksen – Bass, Laute

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