WAVES
Modale Musik und Improvisation
ein Brückenschlag vom Mittelalter zur Moderne
English translation see below
Wolfram Oettl, Keyboard, Orgel; Josef Warner, Kontrabass
&
PERSONAT
6 Sängerinnen
In der Ausstellung SHIFT OF VISION | Neue Wege der Abstraktion widmet sich die Kunsthalle Augsburg der zeitgenössischen abstrakten Malerei. Im musikalischen Rahmenprogramm werden Bezüge zwischen Musik und Kunst, zwischen Geschichte und Gegenwart möglich.
Wassily Kandinski benannte seine wegweisenden abstrakten Werke ab 1910 "Improvisation" oder "Komposition". Kasimir Maletisch reduzierte in seinem "Schwarzen Quadrat" von 1915 Malerei auf Grundformen. Im Spannungsfeld von Improvisation und Komposition bewegt sich auch das Konzertprojekt "WAVES". Die radikal anmutende Archaik der Musik des Mittelalters wie Minimalismus in heutiger Avantgarde lassen ebenfalls Verwandtschaften zur Kunst entdecken.
Die Tradition der Improvisation, wohl so alt wie die Musik selbst, ist in den verschiedensten Stilen zu finden und heute besonders im Jazz und auch in experimenteller Musik beheimatet. Sänger und Sängerinnen fanden im 12. und 13. Jahrhundert Anweisungen zum Improvisieren in einem Traktat zur Organum-Praxis der Notre-Dame-Schule. Im Dialog mit Wolfram Oettl (Keyboard/Orgel) und Josef Warner (Kontrabass) und den Sängerinnen von PER-SONAT schlagen wir eine Brücke von vergessenen Praktiken des Mittelalters hin zur Avantgarde, wo Klänge sich sowohl kontrastreich gegenüberstehen als auch miteinander verschmelzen.
Repertoire
Improvisation von Oettl & Warner
Improvisationen aus dem vatikainschen Organumtraktat
Englisch Version
The tradition of improvisation, likely as old as music itself, can be found in a wide variety of styles and is particularly prevalent today in jazz and experimental music. In the 12th and 13th centuries, singers found instructions on improvisation in a treatise on organum practice from the Notre-Dame School. In dialogue with Wolfram Oettl (keyboard/organ) and Josef Warner (double bass) and the singers of PER-SONAT, we build a bridge from forgotten medieval practices to the avant-garde, where sounds both contrast sharply with one another and merge together.